Schüchternheit loswerden in 3 Schritten

Hallo wunderbare Lesewesen

Donnerstags beantworte ich Eure Fragen. Ich freue mich über Eure bald Tausend Zusendungen, obwohl ich kein Spezialist in irgendetwas bin. Vielen Dank in euer Vertrauen in mich.

Ich bin 23, männlich und sehr schüchtern. Ich will das nicht sein und versuche mehr Frauen anzusprechen. Warum ist es so schwer für mich, ein Gespräch mit einer Frau zu beginnen? Ob in einem Restaurant, Bar, Uni, Café, ich kann es einfach nicht. Lächeln ist das Äußerste, was zustande bringe. Wie kann ich das ändern?

Schüchternheit überwinden in 3 Schritten

Schüchtern?

Die wenigsten Menschen sind mit erstaunlichen, sozialen Fähigkeiten, unglaublichem Selbstbewusstsein und makellosen Manieren auf die Welt gekommen. Alle anderen müssen es lernen, üben und immer wieder daran arbeiten. Sei nicht so streng zu dir.

Zum Glück für alle Introvertierten, wie dich und mich, kann man lernen die Schüchternheit in den Griff zu bekommen. Es wird nie völlig verschwinden, es kommt nicht über Nacht und es ist nicht das Einfachste, das du je getan hast, aber es wird viel besser. Menschen sind grundsätzlich soziale Kreaturen und so wie ich das sehe, ist Schüchternheit einfach eine höhere Hemmschwelle, als sie andere haben.

Schüchternheit ist Angst vor Ablehnung oder Blossstellung. Und Angst kannst du, wie andere Gefühle auch, in den Griff bekommen. Ich weiss keine weltbewegende Erkenntnis.

Schritt 1

Damit ist auch der erste Schritt zur Eindämmung der Schüchternheit:

Wirf den inneren Kritiker aus dem Fenster.

Die Negativität gegen sich selbst ist schliesslich die Ursache der Angst.

Du fürchtest, dass die Frauen, negativ auf dich reagieren werden. Deswegen analysierst und überdenkst du die Situation viel zu oft. Du malst dir aus, was alles schief gehen kann.

Damit hast du dich konditioniert es nicht zu tun und kritisierst dich nachher dafür, was dich noch unsicherer macht und das Ganze wiederholt sich. Immer. Und immer wieder.

Versteh mich nicht falsch, kritisch mit sich selbst zu sein und Angst zu haben ist nicht falsch. Es damit zu übertreiben schon.

Wir alle haben die Tendenz zu überschätzen, wie bedeutungsvoll wir für anderen Menschen sind. Die meisten haben ihre eigenen Probleme und keinen Kopf sich detailliert mit unseren Schwächen auseinanderzusetzen.

Was für dich der peinlichste Moment deines Lebens sein mag, hat dein Gegenüber wahrscheinlich in fünf Minuten schon wieder vergessen. Schüchterne Menschen gehen oft härter mit sich ins Gericht und erwarten, dass andere sie im gleichen, negativen Licht sehen werden. Aber das tun sie nicht.

Also hör auf, so streng mit dir zu sein. Niemand erwartet, dass du sie aus den Socken haust und ihnen ein unvergessliches Erlebnis bietest, von dem sie ihren Enkeln noch erzählen werden. Ein einfaches „Hallo, mein Name ist … “, reicht vollkommen.

Sobald  du realisierst, dass du dir ausmalst, was alles schief gehen kann, hörst du bitte sofort damit auf. Frage dich stattdessen:

Warum mag mich diese Frau, bzw. warum könnte sie mich mögen? Finde mindestens fünf Antworten, also fünf positive Eigenschaften, die du hast.

Keine Widerrede, sonst musst du zehn finden!

Überleg nicht zu lange, ob es doof ist oder plump, sondern überlege, was gut ist an dir. Blende deinen inneren Kritiker einfach aus. Jeder Mensch hat Stärken. Was sind deine?

Wenn das noch nicht hilft, habe ich noch einen Tipp für dich.

Bonus Tipp

Anstatt dir zu überlegen, was du tun oder sagen kannst und dich damit fertig zu machen, konzentriere dich darauf neugierig auf die junge Dame zu sein. Dann geht es in deinem Kopf nicht mehr um dich und deine Unzulänglichkeiten, sondern um sie.

Überlege dir, was ihr gefallen könnte, was ihre Hobbys sein könnten, was sie macht, etc. Diese Technik nimmt den Fokus von deiner Negativität gegen dich selbst und hilft dir Themen für ein Gespräch bereit zu haben. 2 für 1.

So weit, so gut. Der Kritiker ist unter Kontrolle, aber jetzt muss du sie noch ansprechen oder mit ihr reden. Ich weiss, das kostet Überwindung und der Kopf ist just in dem Moment komplett leer.

 

Schritt 2

Und da kommt der zweite Schritt zum Zug. Dieser Rat mag sehr seltsam klingen, hat mir aber geholfen. Wer mich nicht von früher kennt, kratzt sich normalerweise verwirrt am Kopf, wenn ich andeute, dass ich introvertiert und schüchtern bin. Ich nenne es:

 

Gib dir einen Zweck, um mit ihr zu reden.

Beispiele: Es ist meine Aufgabe zu helfen, dass sich dieses Mädchen hier willkommen fühlt. Die Dame hat mich angesprochen, es ist meine Funktion ihr zuzuhören und sie zu unterstützen.

Ja, ja ich weiss. Klingt albern.

Aber wenn du das machst, dann gibst du dir selbst eine Rolle. Eine Funktion.

Und Menschen funktionieren unter Druck besser, wenn sie eine Funktion haben, auch wenn es eine sinnlose oder fiktive ist.

Warum? Dank deiner Rolle weisst du genau, was du zu tun hast und das Ansprechen, sowie ein Gespräch führen wird einfacher.

Schritt 3

Und der letzte und offensichtlichste Schritt ist:

Übe. Am besten täglich.

Rede mit Frauen, die dir gefallen und jenen, die es nicht tun. Das kann sich im Laufe des Gesprächs ändern. Mit allen, die du interessant findest und solchen, die es nicht sind. Finde heraus, was funktioniert und was nicht.

Sieh es als wissenschaftliches Experiment an. (Ja, das ist wieder Schritt 2: Gib dir einem Zweck.) Je häufiger du das machst, umso besser wirst du, umso wohler fühlst du dich. Es wird einfacher, aber es schützt dich nicht vor Ablehnungen.

Ausserdem: Ablehnungen, Rückfälle und Erfolge.

Eine Ablehnung oder eine verletzende Reaktion hat nicht zwangsläufig mit dir zu tun. Wie gesagt andere Menschen haben ihre Probleme und Schwierigkeiten und ihr Verhalten wird stark davon beeinflusst.

Wir sind für andere Menschen nicht die Sonne, um die sie kreisen.

Rückfälle gehören dazu. Es wird Tage geben, in denen du deine Schüchternheit nicht in den Griff bekommen kannst und du von deinen Zweifeln zerfressen wirst. Akzeptiere, dass diese Zweifel und Unsicherheiten menschlich sind. Jeder hat sie. Ich, du, er, sie, alle. Das ist kein Grund sich selbst fertig zu machen oder aufzugeben. Wisch sie nicht unter den Teppich, aber sei verständnisvoll mit dir.

Und am wichtigsten von allem: Vergiss nicht deine Fortschritte zu feiern. Spendiere dir etwas zur Belohnung. Oder mach etwas, worauf du dich schon lange freust. Schreibe deine kleinen und grossen Erfolge auf, damit du sie hervornehmen kannst, wenn das Leben wieder einmal zuschlägt und alles schief geht.

Aber das ist nur meine Meinung. Wie steht ihr dazu? Wie geht ihr mit Schüchternheit um? Ich freue mich auf eure Tipps und Tricks in den Kommentaren.

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