5 Dinge übers Schreiben,

…mit denen ich nicht gerechnet habe.

Als ich mein erstes Buch schrieb und publizierte, hatte keine Ahnung, was alles auf mich zukommen würde. Das Buch ist inzwischen erschienen und ich habe dazugelernt. Schliesslich bin ich jetzt etwas älter, weiser (sollte man meinen) und ja, auch zynischer geworden. (Noch mehr geht nicht? Dann lasst euch mal überraschen). Und weil ich ein so netter Mensch bin (zumindest nach meinem ersten Kaffee) teile ich gerne mein Wissen mit dir.

Und hier sind sie: die fünf Dinge übers Bücherschreiben, mit denen ich nicht gerechnet habe.

1. Eine Geschichte zu schreiben ist nicht schwer, ein Buch aufzubereiten hingegen sehr.

Das Schreiben der Geschichte selbst ist eine Mammutaufgabe und doch nur der kleinste und spassigste Teil der Arbeit. Korrigieren, editieren, lektorieren und testlesen lassen, Marketing, Bewerbungen an Verlage schicken, Kritik annehmen, etc… das ist der grosse und schwierige Teil. Und ganz ehrlich, jede Sekunde, in der ich das alles mache, wünschte ich, ich würde schreiben. Hast du keine Ahnung, wie du die nächste Szene angehen sollst? Schreibblockaden? Ach, geniesst diese Zeit, nachher wird es nur schlimmer, vor allem für introvertierte Schreiberlinge.

2. Belastung für Freundschaften.

Freundschaften mit Leuten, die keine Bücher schreiben, werden leiden. Das Buch wird einen grossen Teil deiner Zeit verschlingen. Besonders, wenn du, wie ich auch, noch nebenbei arbeitest um Geld zu verdienen. Trotzdem bin ich immer im Modus „Schreiben“. D.h. entweder schreibe ich an der Geschichte oder aber ich denke übers Schreiben nach. Und selbst die besten Freunde hören irgendwann mal auf Verständnis für diese ungesunde Obsession zu zeigen. Ist auch einfach für sie, sie haben irgendwann Feierabend.

3. Du wirst verrückt- so ein ganz klein wenig.

Mein Gehirn funktionierte schon immer auf seltsame Weise. Seit ich schreibe, ist es noch seltsamer geworden. Das äussert sich zum einen, wenn ich in einem Meeting sitze und plötzlich anfange einen Mord niederzuschreiben, weil mir gerade in dem Moment eine gute Idee gekommen ist. (Das kam übrigens nicht so gut an, beim Mitarbeiter der neben mir sass.) Und zum anderen dann, wenn ich gerade ein Problem mit einer Szene habe und sie mit Freunden besprechen will, sehen sie mich seltsam an und rücken dann von mir ab, als wäre Verrücktheit ansteckend. Wer kann es ihnen verübeln? Der Suchverlauf meines Internetbrowsers gleicht dem eines Serienmörders: Die tödlichsten Pflanzengifte, Seuchen, Stichwunden, wie lange überlebt ein abgetrennter Kopf, Wasserleichen, etc.

4. Seltsame Probleme

Wer schreibt, hat ganz schnell mit den seltsamsten Problemen zu kämpfen. Einerseits wären da die tausend Ablenkungen, denen man widerstehen muss. Und wenn man endlich mitten am Schreiben ist und einen guten Lauf hat- Handkrämpfe. Kein Wunder: langes Sitzen, vergessen zu essen, viel zu wenig Schlaf und mehr Koffein, als einem menschlichen Organismus zugeführt werden sollte, all das kann nicht gut für die Gesundheit sein.

5. Negativität

Ja, wer schreibt, lernt, dass es durchaus dumme Fragen gibt- mit einem maximalen Level an Negativität… Du schreibst, wie nett. So ein richtiges Buch? … Bist du jetzt die nächste J.K. Rowling? … Ist dein Buch das neue „Fifty Shades of Grey“? … Schreibst du denn so schlecht, dass du einen Lektor brauchst? … Warum vermarktest du dein Buch nicht erst dann, wenn es Erfolg hat, so sparst du Geld? … Warum Schreibst du überhaupt? … Was bringt dir das? … Tief durchatmen und Musik auf laut stellen. Mein Geheimtipp:  wütende Musik hilft.

So und das wären meine fünf Dinge übers Bücherschreiben, mit denen ich nicht gerechnet habe. Seid nächste Woche wieder dabei, wenn ich euch meine „5 Tipps im Umgang mit Kritik und Kritikern“ gebe.