Augen zu und durch…

Oder drei Tipps wie ich „motiviert“ bleibe.

Es ist wieder Dienstang und damit Zeit für einen unbeschönigten Blick hinter die Kulissen.

Ich gebe es gerne zu, die Motivation und ich – wir stehen auf Kriegsfuss. Euch kann ich es ja sagen, ihr seht so vertrauenswürdig aus. Wir sind geschiedene Leute. *Aufschrei der Empörung.*

Seit der ersten Klasse Primarschule, haben wir uns dazu entschieden getrennte Wege zu gehen. Trotzdem habe ich meine Schulzeit durchgezogen, bis zu einem Uni Abschluss und ein Buch geschrieben. Beides Mammutaufgaben, die nicht in einer Woche zu bewältigen sind. (Zumindest für mich nicht. Was andere Leute tun, weiss ich nicht, ich bin weder deren Publikum noch Fürsprecher.)

Ich habe mir im Laufe der Jahre viele kleine Tricks angeeignet wie ich „motiviert“ bleibe weiterzumachen. Und weil ich so generös bin, teile ich meine Geheimnisse mit euch. Aber nicht weitersagen.  *lächerlich aussehendes Augenzwinkern.*

  1. Disziplin

Nein, nicht wie bei BDSM. Die altmodische, unlustige Art. Ob’s Spass macht oder nicht, die Arbeit will getan werden, also tu sie! Das bedeutet für mich, sich jeden Tag hinzuhocken, um zu schreiben oder editieren oder Landkarten zu malen oder sich etwas Neues auszudenken. Etc… Ist grundsätzlich Einerlei, was gemacht wird, es muss nur mit der Aufgabe zusammenhängen und regelmässig getan werden. So schafft ihr euch Gewohnheiten, die euch zu Pass kommen, wenn ihr viel lieber etwas anderes tun möchtet, weil die Motivation euch wieder versetzt hat. 2 Stunden von meinem Tag (Ja, jeden Tag, auch am Geburtstag) gehören immer dem Schreiben. Meistens ist es offensichtlich mehr, aber das ist eine Minimalvorgabe, für die ich keine Ausnahmen und Ausreden (ja, auch wenn es schneit) von mir gelten lasse.

Die Macht der Wiederholung ist mein! Muahahaha.

  1. Ziele setzen.

Viele werden euch raten, setzt euch ein Ziel: z.B. wieviel Worte ihr in einem gewissen Zeitraum geschrieben haben müsst oder wollt. Das ist ein guter Rat, sich selbst unter Druck zu setzen hilft und dazu gibt es auch eine witzige Website, die ich selbst allerdings nicht nutze: http://writeordie.com.

Aber für mich ist das eine schrecklich frustrierende Methode. Da gibt es Monate, in denen ich 1000 A4 Seiten mit Text zupflastere und Wochen, in denen ich kaum zwei zusammenhängende Paragrafen schreiben kann. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich mir keine Ziele setze, sonst bekomme auch ich nichts auf die Reihe. Aber, ich setze sie sehr tief an, sodass ich sie einhalten und übertreffen kann. Friss das, du doofes Ziel, dich kann ich abhaken und muss dich nie wieder sehen. I am the champion, you are the loser…

Das furchtbare Geschrei, das ihr jetzt hört, ist mein Siegesheul komplett mit dazugehörigem Tanz. Oh ja.

  1. Fokus

Das ist das schwierigste am Ganzen. Da setzt man sich an den Schreibtisch. Es ist schön ruhig, man fühlt sich toll, will sogleich in die Tasten hauen und dann… Oh, vielleicht sollte ich mir dieses You Tube Video anschauen…. Meine Emails Lesen…. Social Media updaten… Musik herunterladen… Irgendetwas ist immer, das ich lieber machen würde. Internet ausschalten funktioniert. Natürlich, aber so weit wollen wir nicht gehen.

Was tun? Wir alle wissen, Ablenkungen müssen eliminiert werden. Falsch! Wenn nämlich jegliche Ablenkung weg ist, geht es auch nicht. Was es braucht, ist ein Hintergrundgeräusch.

Manche Schriftsteller können zu ihrer Lieblingsmusik schreiben. Ich kann das nicht, da ich nach fünf Minuten garantiert mitsinge. (Und das will keiner hören.) Das ist schlecht für mein Geschreibsel und meine Nachbarn. Und ich weigere mich zu Musik zu schreiben, die mir nicht gefällt. Ja, ich bin ein Rebell, ein Sturm im Wasserglas. Was da noch übrig bleibt? Ich bin ja so froh, dass ihr fragt.

Musik ohne Text. Das ist die Antwort. Am besten funktionieren Soundtracks aus Spielen. Die guten klingen sehr dramatisch und wurden nur komponiert um den Spieler beim Spiel zu halten. Klappt auch, um den Scheiberling hier beim Schreiben zu halten und ich kann nicht mitsingen.

Win-Win.

Jedoch ist Musik nicht die Antwort auf alle Lebensfragen. Schockierend ich weiss, aber versuch mal eine Rechnung mit einer Sonate zu bezahlen. Wenn ich lerne oder etwas Schwieriges zu Papier bringen muss, lenkt mich die Musik zu sehr ab, besonders wenn sie dramatisch ist. Dann hilf mir nur eines: http://www.rainymood.com/ oder andere künstlich erzeugte Umgebungsgeräusche. Da gibt es eine riesige Auswahl von friedlich plätschernden Bächen zur Meeresbrandung, einer mittelalterlichen Taverne zum Schlafzimmer auf einem Raumschiff.

Was macht ihr, um euch zu motivieren? Habt ihr einen besonderen Trick?