Die einzigartige Schneeflocke

Hallo wunderbare Lesewesen, schön seid ihr da.

Klischees sind nichts Schlechtes, aber auch nicht zwingend etwas Gutes. Sie sind einfach.

Ja, das war auch ein Klischee.

Klischees haben einmal als eine Erzähltechnik begonnen. Im Idealfall hatten sie den Zweck dem Leser etwas mit wenigen Worten zu vermitteln.

Das Problem beginnt dann, wenn eine Erzähltechnik so oft verwendet wurde, dass sie den Leser aus der Geschichte reisst.

Wenn die einzelnen Bauteile der Geschichte zu leicht erkennbar sind, können die Spannung und Handlung niemanden mehr mitreissen, da schon klar ist, was passieren wird.

Beispiele für Klischees:

  • Bärtiger, alter Mann in Roben. Alles klar, das ist der Zauberer oder Mentor
  • Beginnt dein Tag, indem du deine wunderbare Reflektion im Spiegel mit hohem Detailreichtum beschreibst, um dann zum Schluss zu kommen, dass dich deine hohen Wangenknochen und dein perfekter Schmollmund komplett entstellen? Ja, dann bist du die Protagonistin eines Jugendbuchs.
  • Vergisst du ständig deinen BH im Bett deines Freundes? Ja dann ist er wahrscheinlich verheiratet und du seine Mätresse in einer Telenovela.

Der Winter ist vorbei, doch im April macht das Wetter bekanntlich, was es will. Anlass genug, um über das Klischee der einzigartigen Schneeflocken zu sprechen.

Die einzigartige Schneeflocke

 

Klischee Schneeflocke

Wie jede Schneeflocke nur einmal vorkommt, ist auch jede/jeder von uns etwas Besonderes. Zumindest, wenn man unsere Mamis fragt. Es ist deswegen kaum verwunderlich, dass die einzigartige Schneeflocke als Protagonist in vielen Filmen und Büchern vorkommt. In sehr, sehr vielen.

Die Schneeflocke ist nicht unbedingt der beliebteste Charakter oder zu gut, um wahr zu sein, wie eine Mary Sue, aber sie ist immer etwas Besonderes. Selbst in einer Welt voll besonderer Protagonisten ist dieser Charakter noch etwas Spezielleres.

Ein paar berühmte Schneeflocken gefällig?

  • der Auserwählte unter den Auserwählten
  • lila Augen, blaue Haare, regenbogenfarbene Pupillen, wie kein anderer
  • eine Fantasy oder Alien Rasse, die sehr selten ist
  • die letzte ihrer Art
  • kann mit Tieren sprechen, obwohl das niemand sonst kann
  • hat nicht nur eine sehr seltene magische Fähigkeit, sondern gleich zwei-drei.

Ist das ein Problem?

Das muss nicht etwas Schlechtes sein, schliesslich begleiten wir gerne jemand Besonderen durch ein Abenteuer.

Unglaubwürdig und nervig wird es erst, wenn diese besonderen Eigenschaften nicht absolut notwendig sind für die Geschichte.

Muss dieser Charakter zwingend eine Albino Fee und ein Halbdrachen sein oder könnte das ganze Abenteuer auch ein Mensch erleben, ohne dass die Handlung gross umgeschrieben werden muss?

Ebenso überflüssig ist es, wenn sie ein Talent haben, dass ihnen in wichtigen Momenten weder nützlich, noch hinderlich ist, sondern nur zeigen soll, dass diese Figur speziell ist.

Kann die Geschichte nur stattfinden, wenn die Figur mit Blumen sprechen kann, oder ist das nur eine Masche, um zu zeigen wie besonders sie ist?

Oder wenn es keinen zwingenden Grund in der Geschichte gibt, dass diese Figur diese besondere Eigenschaft hat.

Ist er der beste Schwertkämpfer, weil er talentiert ist und von Geburt an täglich mit den besten Ausbildnern trainiert hat oder weil es sein Schicksal ist, bzw. der Autor das so sagt?

An diese Stelle bringe ich üblicherweise Beispiele aus Büchern und Filmen. Dieses Mal jedoch nicht, da dieses Klischee viel zu oft vorkommt und heftig umstritten ist. Was ist noch eine Schneeflocke und wann wird Mary Sue daraus?

Stattdessen erzähle ich von Fin, meiner Protagonistin aus der Trilogie Die Legende von Fin.

Mein Beispiel:

Fin, die Protagonistin hat eine seltene Magiebegabung und ist Halbelfe. Sie ist damit im Universum meiner Bücher ganz klar eine Schneeflocke.

Ich nutze die besondere Schneeflocke, aber nach dem Grundsatz:

Ist es nicht essentiell für die Geschichte, dann lass es weg

Jede ihrer einzigartigen Eigenschaften ist notwendig und wird in der Geschichte Stück für Stück erklärt. Nicht sofort natürlich, dann wäre die Spannung ja weg. Warum und wieso sind somit essentieller Teil der Handlung und Hintergründe.

Fin ist keine Mary Sue, da sie durchaus viele Fehler hat und macht und sie nicht jeder auf Anhieb mag. Sie muss sich ihre Erfolge verdienen und Lehrgeld für Fehler bezahlen.

Et tu?

Wie steht ihr zur Schneeflocke? Ich freue mich eure Kommentare dazu zu lesen.

Wenn euch dieser Beitrag gefallen hat, dann gebt mir ein „Like“, das hilft mit festzustellen, was euch interessiert.

Vielen Dank.

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