Betaleser Feedback und Umsetzung

Hallo wunderbare Lesewesen, schön seid ihr da.

Das ist der Abschluss der Miniserie Betaleser. Wenn ihr noch weitere Fragen habt, dann fragt.

Zuerst haben wir uns angesehen: Definition und Funktion von Betalesern

Dan haben wir uns mit der Auswahl von Betalesern befasst.

Und dieses Mal werde ich die Auswertung und Umsetzung der Feedbacks behandeln.

Wie immer wenn ich von Betalesern spreche sind selbstverständlich auch Betaleserinnen gemeint.

Feedback auswerten?

Feedback Betaleser

Je nach Methode, die man gewählt hat und dem Ziel, das man verfolgt, wird man die Feedbacks auch anders auswerten. Was ihr in euer Buch einfliessen lassen wollt und wie, das ist sehr individuell und ich denke nicht, dass es da ein richtig oder falsch gibt, nur mehr oder weniger Aufwand.

Das Einzige, was ich nicht empfehle ist, das Manuskript zu überarbeiten und zu korrigieren während die Betaleser, noch am Lesen sind.

Wenn der Autor ganze Stücke umstellt oder verändert, welchen Wert haben dann noch Feedbacks zur vorherigen Version? Aber das ist nur meine Meinung.

Wie sammelt man die Feedbacks?

Da gibt es verschiedene Optionen.

Sofortkorrektur

Manche Autoren pflegen alle Änderungen, die ihnen gefallen ein, sobald sie sie erhalten und ignorieren den Rest.

Vorteil:

  • Das konsolidieren geht sehr schnell, da es mehrheitlich entfällt.

Nachteil:

  • Man hat keinen Vergleich, ob 20 Betaleser oder nur jemand eine Stelle bemängelt hat. (Eine Meinung ist eine Meinung – 20 Meinungen sind ein Trend.)
  • Die Neigung unliebsame Kritik einfach auszublenden und sich nur auf das Lob und die einfach korrigierbaren Dinge zu fokussieren.

Sammlung im Manuskript

Andere schreiben alle Änderungsvorschläge direkt in ihr Manuskript an die entsprechende Stelle. Jeder Betaleser hat dabei seine eigene Farbe. Wenn sie alles an der richtigen Stelle eingetragen haben, erarbeiten sie, was sie behalten wollen oder über Bord werfen.

Vorteil:

  • Alle Änderungen sind untereinander ersichtlich und Stellen, die allen oder vielen nicht gefielen, stechen sofort ins Auge.

Nachteil:

  • Je nach Anzahl der Betaleser, kann das unübersichtlich werden.

Ein Profil pro Betaleser

Wieder andere führen je eine Datei pro Betaleser, wo sie alle Feedbacks dieser Person sammeln. Und wenn sie alle Feedbacks haben, übertragen nur das, was sie brauchen in ihr Manuskript.

Vorteil:

  • Man bekommt ein Gespür für den Betaleser und seine Kritikpunkte.

Nachteil:

  • Es verleitet dazu Kritik, die einem nicht gefällt zu ignorieren.
  • Auch die Nachvollziehbarkeit, wie vielen Betalesern gefiel eine Stelle oder nicht, kann leiden.

Liste

Ich führe eine Liste für die Auswertung. Das geht gut, wenn man mit Fragen arbeitet. Alle Antworten sind untereinander aufgelistet. Ich kann sie vergleichen und sehe sofort die Trends. Und erst wenn ich alle Antworten für das verschickte Segment bekommen habe, mache ich mich ans Überarbeiten.

Vorteil:

  • Eine grössere Anzahl an Betalesern kann berücksichtigt werden, wegen der hohen Übersichtlichkeit

Nachteil:

  • Es ist mehr Aufwand die Antwort erst in eine Liste und dann wiederum ins Manuskript zu übertragen.

 

Was tun wenn sich die Meinungen der Betaleser widersprechen?

Dann nehme ich die Meinung der Mehrheit und bei einem Unentschieden, was erstaunlich oft vorkommt, nehme ich die Meinung, die meiner am nächsten kommt. Aber das könnt ihr machen, wie ihr wollt.

Was tun wenn die Beta Leser eure Geschichte falsch oder zu unaufmerksam gelesen haben?

Das ist exakt der Grund, warum ich im vorigen Beitrag empfohlen habe, nehmt euch Zeit bei der Auswahl der Betaleser. Und verschickt nur Teilstücke eures Manuskripts.

So könnt ihr nachfragen und erfahrt, ob der Kritikpunkt eures Betalesers daher kommt, weil ihr einen Hinweis zu gut versteckt oder eine Passage zu konfus geschrieben habt. Oder ist er unaufmerksam, weil gerade Privat viel los ist.

Was tun, wenn das Feedback der Betaleser sehr oberflächlich ausfällt?

Das passiert meistens, wenn ihr die Methode mit der Kommentarfunktion wählt. (siehe vorhergehenden Beitrag). Da bekommt ihr Feedback, das oft unbrauchbar ist, weil es nicht auf das eingeht, was ihr wissen wollt oder zu weit ins Detail geht und eure Rechtschreibung korrigiert.

Bei einem Fragebogen, kann das auch vorkommen. Wenn ihr im Vorfeld darauf achtet, wie ihr die Fragen formuliert und formatiert, sowie das Frageschema variiert, wird den generischen Antworten aber entgegengewirkt. Und wenn ihr dann noch Folgefragen stellt, bekommt ihr sehr qualitatives Feedback.

Wichtiger Hinweis:

Bitte denkt daran, dass ein Betaleser auch keine Meinung zu etwas haben kann. Das ist kein Grund, ihn sie zu nerven. Aber wenn das häufig vorkommt, rede ich mit ihm. Oft liegt es daran, dass sie keine Lust haben Antworten zu schreiben und dann biete ich ihnen die Gelegenheit mir ihre Antworten mündlich zu geben, via WhatsApp.

 

Was tun, wenn die Betaleser abspringen?

Wenn sie sagen, dass sie abspringen wollen, dann lasst sie gehen mit einem freundlichen Dankeschön für ihre bisherige Hilfe.

Wenn sie sich einfach nicht mehr melden, dann fragt einmal nach ob sie noch Interesse haben. Ich wiederhole: Nur einmal.

Benehmt euch bitte nicht wie Stalker.

Wenn sie sich danach nicht melden, nun ja… Dann lasst ihr sie gehen und denkt daran, dass kein Feedback, auch ein Feedback ist. Ein nonverbales. Ich weiss, das ist hart.

 

Was tun, wenn man sehr grosse Stücke der Geschichte oder die Charaktere umbauen musste? Oder wenn man nicht sicher ist, ob nicht die alte Version besser war?

Eine zweite Runde Betaleser rekrutieren. Und nochmals von vorne.

 

Wie geht man mit vernichtendem Feedback um?

Nur weil jemand euer Werk kritisiert und eine etwas schärfere Wortwahl hat, heisst das nicht, dass diese Person deswegen unrecht hat.

Es bedeutet aber auch nicht, dass ihr euch alles gefallen lassen musst. Hier mein Betrag zum Umgang mit Kritik.

 

Bonus Runde:

Wie sieht so ein Fragebogen aus?

Ich stelle euch einen meiner Fragebogen zur Verfügung.

Bitte beachtet, dass er spezifisch auf mein Buch, das Genre (Liebesroman) und meine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Für Fantasy ist er nicht geeignet, da es keine Fragen zum Weltenbau hat.

Wenn ihr einen eigenen Beitrag zu den verschiedenen Arten von Fragebogen wünscht, zu ihrer Länge, dem Frageschema, Inhalt und Formatierung, etc. dann gebt mir Bescheid, entweder via Kommentarfunktion, Nachricht oder E-Mail.

 

Und zum Schluss eine kleine Auflistung andere Beiträge zu Betalesern:

Hier könnt ihr weitere Beiträge zu diesem Thema lesen, die z.T. auch andere Meinungen vertreten, als ich. (Alles externe Links)

fanfiktion.de: Tipps für jene, die Betaleser beanspruchen

Blog Katrinils: Deine BetaleserInnen und du

Blog Autorin Katy Buchholz:  Wie wichtig sind Betaleser?

fragenantworten.info: Was ist ein Betaleser?

Victoria Linnea vom Blog Vicky und das Wort: Alpha-, Beta- und Testleser

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Vielen Dank.

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