Ist es moralisch falsch, alle die viel TV schauen zu verachten und nur Buchleser zu schätzen?

Nun, ich tauge nicht zum Moralapostel, aber wenn es denn sein muss, bitteschön, beantworte ich diese Frage.  Wie immer ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, sondern nur eine Person mit einer Meinung, die Eure Fragen beantwortet.

Was moralisch richtig oder falsch ist, wird meistens aus dem Verhaltenskodex einer bestimmten Philosophie, Religion oder Kultur abgeleitet. Das würde bedeuten, dass es da auf kultureller und auch auf persönlicher Ebene z.T. massive Unterschiede gibt. Unschwer zu erkennen am Beispiel von Kriegen, theologischen Diskussionen und Internetforen.

Ob es moralisch falsch ist, andere fürs Fernsehen zu verurteilen oder nicht, kann demnach nicht mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden. Die Antwort, zumindest meiner Meinung nach, wird immer sein „Das hängt davon ab, ob viel TV zu schauen in der Gesellschaft, in der du lebst, als ablehnenswert oder gar verwerflich gilt oder nicht.“

Ich finde beide Medien haben ihre Vor- und Nachteile. Nicht jedes Buch ist moralisch über alle Zweifel erhaben und nicht alles, was im Fernsehen kommt, ist per se schlecht. Damit kann man auch nicht alle Leser als moralisch überlegen einordnen. Absolute funktionieren nur sehr schlecht.

Aber wenn wir schon dabei sind Moralitäten zu erörtern, warum dann nicht folgende: Wenn sich jemand berufen fühlt das Verhalten anderer zu bewerten, das keinen Einfluss auf einen selbst hat, dann fühlt man sich moralisch überlegen. Ist das nicht moralisch fragwürdig?  Keine Sorge, das ist eine sehr menschliche Schwäche- es sei denn das kritisierte Verhalten wird universell als verwerflich angesehen. Wie etwa ein Mord, gilt aber nicht für die Flimmerkiste. Um Rat bitten wir, wenn wir die Antwort schon kennen, aber wünschen, wir wüssten sie nicht.

Seid nächsten Donnerstag wieder dabei wenn es heisst „Eure Fragen, meine Antworten.“ Nächste Woche: Kann man sich in eine hässliche Person verlieben?