Peng, peng..

Hallo wunderbare Lesewesen, schön seid ihr da.

Und da bin ich wieder mit den Fehlern in Filmen. Wenn ich von Fehlern in Filmen spreche, dann meine ich nicht Versehen oder Kontinuitätsfehler. Nein, ich rede von Unstimmigkeiten, die immer wieder vorkommen und unsere Ansichten über die Welt zum Teil beeinflusst haben.

Da geht nur im Film

Heute alles rund ums Thema:

Schusswaffen

1. Fliegende Opfer:

Ja wir kennen die Szene. Held schiesst auf den Bösewicht und der fliegt, idealerweise in Slowmotion quer durch den ganzen Raum. Auch wenn wir die Verlangsamung wegnehmen, wäre das trotzdem noch kompletter Unsinn.

Warum? Eine Pistolenkugel (oder Gewehrkugel), hat nicht die Kraft, eine Person herumzuschleudern. Warum? Ihr habt viele Fragen heute.

Die erste Antwort ist, so ein Körper ist weich und kann viel Wucht absorbieren. Also die kleine Kugel dringt in den Körper ein und bewegt ihn nicht nennenswert vom Fleck, auch, wenn er nicht auf der anderen Seite wieder herauskommt. Dafür bräuchte es eine Kanonenkugel.

Und die zweite Antwort darauf ist ein Naturgesetz. Oder präziser: die Wechselwirkung, auch das 3. Newtonsche Axiom genannt.

Das besagt: Wenn ein Körper eine Kraft auf einen anderen Körper ausübt, wird er selbst von dem anderen Körper genauso stark beeinflusst. Damit die Kugel einen Menschen mit ausreichender Kraft trifft, um ihn herumzuschleudern, müsste der Arm dess Schützen etwa die gleiche Kraft absorbieren können, um zu verhindern, dass der Schütze zurückgestossen wird. Die Knochen der Hand und des Arms würden zersplittern.

2. Unzureichende Deckung:

Dramatischer Kugelhagel. Von allen Seiten. Schnell in Deckung, am besten hinter eine Autotür, eine Rehgipswand, ein Sofa oder eine Tischplatte. Ja, liebe Helden, im echten Leben wärt ihr so löchrig wie ein Spaghetti Sieb. Keines dieser Dinge ist kugelsicher. Da kann man sich genau so gut hinter einem Vorhang oder einem Blatt Papier verstecken. Eine Gewehrkugel, die irgendwo zwischen 1000m/s und 1500m/s zurücklegt, kann jedes dieser Dinge durchschlagen ohne nennenswert langsamer zu werden.

Dazu gibt es auch schon eine traurige Anekdote, in der ein YouTuber auf einen anderen mit einer Desert Eagle schoss. Der andere schützte sich mit einem sehr dicken Buch, gegen den Schuss. Das Resultat dürfte hoffentlich niemanden überraschen. Nur weil es in Filmen funktioniert, heisst da nicht, dass es im echten Leben auch tut.

3. Lärmpegel:

Eine Waffe ist laut. Auch im Film. Aber im Film hält sich niemand der umstehenden Leute die Ohren zu, selbst in geschlossenen Räumen nicht, obwohl die Lautstärke über der Schmerzgrenze liegt. Und von Hörverlusten in einem Film wegen der Lautstärke haben wir auch selten gehört. Aber das wirklich lustige in Filmen ist, dass ein Kissen einen Schuss so sehr dämpfen soll, dass er von niemandem gehört wird. Nein. Kein Kissen auf der Welt kann 140 dB oder mehr auf unter 20 dB bringen. Die absolut besten Schalldämpfer schaffen es gemäss Wikipedia angeblich auf 40dB und sind damit immer noch gut zu hören.

Bonus Runde:

Wenn jemand eine Waffe auf die andere Person richtet, gibt es etwa 10 Mal das Geräusch „Tschik-tschik“ oder „Klick“ des Durchladens. Die Geräuscheffekte sollen die Dramatik unterstreichen. Aber beim Durchladen wid eine Patrone durch Betätigen des Verschlusses aus dem Magazin in den Lauf gebracht, das muss vor dem ersten Schuss nicht 10 Mal gemacht werden.  

So das war es von mir. Kennt ihr noch andere unglaubwürdige Dinge rund um Schusswaffen?

Wollt ihr weitere Filmlügen?

Autos, Türen und Waffen

Explosionen Explosionen und noch mehr Explosionen

Technik ist keine Magie

4 Liter Medusin